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DIE FISCHADLER-SENSATION Nach zehn Tagen Behandlung bereits wieder in Freiheit: Das Fischadler-Weibchen. Full view

DIE FISCHADLER-SENSATION

Die Greifvogelstation Berg am Irchel beherbergt ab und zu eher seltene Greifvogel- und Eulenarten. Am 18. August war die Überraschung jedoch perfekt: Zum allerersten Mal wurde via Tierrettung ein Fischadler-Weibchen zu uns gebracht.

Optisch ein wenig wie ein Bussard, jedoch über 2 Kilogramm schwer: Was das wohl sein mag? Diese Frage stellte sich unser Zivildienstleistende nach der Annahme des Tieres am 18. August. Andi Lischke bestätigte den Verdacht: Ja, es handelt sich um einen Fischadler.

Das Tier wurde in der Gemeinde Finstersee, Kanton Zug, verwirrt auf einer Strasse gefunden. Unsere Vermutung ist, dass dem Fund eine Kollision mit einem Auto voranging. Medizinische Untersuchungen im Tierspital Zürich ergaben keine Erkenntnis, welche die Flugunfähigkeit erklären würde. Ein wenig Geduld später war klar: Der Fischadler erholt sich schnell und konnte bereits am 29. August wieder in die Freiheit entlassen werden.

Bei unserem Pflegling handelte es sich um ein mindestens drei Jahre altes Weibchen. Fischadler verbringen ihre Jugendjahre in Afrika und können nur während ihres Zugs im Erwachsenenalter in der Schweiz beobachtet werden. Lange Zeit wurden sie hier fälschlicherweise als «Fischräuber» abgestempelt und schlussendlich ausgerottet. Ihre letzte schweizerische Brut wurde ganz in der Nähe der Greifvogelstation, in Ellikon am Rhein, vor über 100 Jahren beobachtet. Im Mai dieses Jahres konnte im Auenschutzgebiet der Thurauen bereits über einige Tage einen Fischadler gesehen werden. Jedoch gibt es bis heute keine Beobachtungen von einer Fischadler-Brut in der Schweiz.

> Mehr Infos zum Fischadler
> Sichtung eines Fischadlers in den Thurauen im Mai dieses Jahres