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DER FLAUSCHIGE FEIND DER ARTENVIELFALT So herzig und doch eine Gefahr für unsere einheimischen Vogelarten. Die meisten Katzen in der Schweiz sind Freiläufer. Full view

DER FLAUSCHIGE FEIND DER ARTENVIELFALT

Die Katze ist das beliebteste Haustier der Schweizer, in drei von zehn Haushalten lebt sie. Das wirkt sich auch auf die hiesigen Vogelbestände aus. 2018 lebten rund 1.8 Millionen Katzen in der Schweiz. Der Stubentiger gilt als häufigster Beutegreifer hierzulande und wird nicht selten auch zur Gefahr für Greifvögel und Eulen.

Katzen sind Jäger und obgleich sie zuhause genügend Futter bekommen, erbeuten sie gerne Kleinsäuger, Reptilien und Vögel. Vor allem im Frühling jagen Katzen viele Jungvögel, da diese eine leichte Beute sind. Die Zahl der getöteten Vögel steigt in den Monaten Mai und Juni. Um das zu vermeiden, können wir Menschen versuchen, den freilaufenden Katzen den Zugang zu Nistplätzen zu erschweren. Durch Vorrichtungen aus Blech oder Plastik am Stamm freistehender Bäume kann das Klettern erschwert werden. Nisthilfen sollen zudem mindestens 1.5 m hoch hängen und bestenfalls ein schräges und glattes Dach aufweisen. Genügend Sträucher, Bäume und Wiesen in einem natürlichen Garten bieten zudem Verstecke und Nahrung für verschiedene Vögel. Ein auffällig gefärbtes Katzenhalsband warnt Vögel optisch vor den lauernden Angreifern. Denn allein die Anwesenheit von Katzen verursacht viel Stress bei Vögeln. Am häufigsten sind Amseln, Rotkehlchen, Finken und Sperlinge von Katzenangriffen betroffen.

Ausgewachsene Greifvögel sind selten Opfer, dennoch kollidieren Sperber häufig mit Scheiben und werden am Boden liegend für Katzen plötzlich zur leichten Beute. Durch Bisse gelangen Bakterien in den Blutkreislauf der Vögel. Greifvögel und Eulen, die den Angriff einer Katze überleben, werden in der Greifvogelstation Berg am Irchel behandelt. Momentan befinden sich aus diesem Grund ein Sperber und ein Turmfalke zur Pflege bei uns.

Die vielen Katzen und ihr Jagdtrieb führen uns zu einem weiteren Problem: Den restlichen Beutegreifern, wie Greifvögel und Eulen, fehlt es durch die rege Jagdtätigkeit der Katzen zumal an Nahrung. Womöglich hat das einen Einfluss auf den stetigen Rückgang der Populationen einiger Greifvögel- und Eulenarten. Denn vor allem in den Sommer- und Wintermonaten wird ihnen ihre Beute streitig gemacht. Für alle Vögel zählen neben Fensterscheiben, Windrädern und Pestiziden also auch Hauskatzen zu den grössten Gefahren.

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