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EIN RING ERZÄHLT LEBENSGESCHICHTEN Wer weiss, welcher Weg diesem Rotmilan nach seiner Freilassung noch bevorsteht? Sein Ring wird es eventuell zeigen. Full view

EIN RING ERZÄHLT LEBENSGESCHICHTEN

Findet man einen beringten Vogel, so lohnt es sich die Ringnummer aufzuschreiben und zu melden, denn so können Geschichten erzählt und wertvolle Daten gewonnen werden. 

Seit dem Beginn unserer Aufzeichnungen im Jahre 1971 bis zum heutigen Tag wurden 156 Greifvögel und Eulen, die nachweislich in der Greifvogelstation gepflegt oder aufgezogen wurden, zu einem späteren Zeitpunkt wiedergefunden. Wieso wir das wissen? Jeder Vogel, welcher in der Station gerettet wird, wird vor der Freilassung beringt. Das heisst, um seinen Fuss wird ein leichter Aluminium-Ring mit einer Identifizierungsnummer gelegt. Zahlreiche wissenschaftlich relevante Daten können so zentral gesammelt und analysiert werden.

Nicht nur die Wissenschaft erfreut sich ob der damit mitgelieferten Daten, sondern auch wir finden es spannend, die Geschichten unserer ehemaligen Patienten zu erfahren. Zudem gewinnen wir so auch Sicherheit: Unsere Arbeit macht Sinn, wenn die geheilten Vögel ihre zweite Chance nutzen und lange Zeit in der Natur überleben. Schade ist, dass die meisten gemeldeten Vögel tot wiedergefunden werden. Trotzdem erzählt uns ihr Ring oft Erstaunliches.

So geschehen etwa im Januar 2017. Ein Mäusebussard wird sehr altersschwach und mit einem kaputten Auge in die Greifvogelstation gebracht. Der Ring verriet: Das Tier ist bereits mindestens 26 Jahre alt. Den er wurde im Jahr 1989 in Frauenfeld beringt. Dieser Fund dokumentiert ein sehr erstaunliches Alter für einen Bussard!

Nebst dem Alter verraten die gewonnen Daten auch etwas über die mindestens zurückgelegte Entfernung aus. So kam erst letztes Jahr eine Meldung aus Frankreich, dass ein Turmfalke satte 602 Kilometer von seiner Freilassung, bei uns in Berg am Irchel, gefunden wurde. Dieser Falke wird in unseren Aufzeichnungen nur noch von einem Mäusebussard übertroffen, welcher im Jahre 1995 rund 750 Kilometer weit weg, in Polen gefunden wurde.

> Unser Beitrag zur Forschung
> Arten in der Greifvogelstation