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EIN SPEZIELLER FALL: HINDERLICHE HÜHNERHIRSE Letztes Jahr behandelten wir 13 Schleiereulen. Full view

EIN SPEZIELLER FALL: HINDERLICHE HÜHNERHIRSE

Vollkommen verklebte Federn hatte die junge Schleiereule, die am 7. August bei uns in die Greifvogelstation eingeliefert wurde. Vermutlich war die Eule bei der Jagd auf Feldmäuse aus Versehen in Hühnerhirse, eine heimische Süssgräserart, hineingeraten.

Die meisten Vögel, die in die Greifvogelstation gebracht werden, sind Opfer von Kollisionen geworden. Nicht so die Schleiereule, die anfangs August eingeliefert wurde. Das noch junge Tier war flugunfähig aufgefunden worden, da ihr Gefieder derart stark verklebt war. Der Pechvogel war voller Pflanzenteile der sogenannten Hühnerhirse. Dies ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Süssgräser, zu der auch wichtige Nutzpflanzen wie Reis, Mais, Weizen und Roggen gehören. Die Hühnerhirse ist bei Bauern und Gärtnern wenig beliebt, da sie sich schnell verbreitet und somit als Unkraut gilt.

Glücklicherweise konnte die Eule vollständig von der Hühnerhirse befreit werden. Den ersten Teil der Reinigung machten unsere Mitarbeitenden, indem sie mit Hilfe einer Pinzette die vielen kleinen Ährchen sorgfältig entfernten. Später putze sich die Schleiereule selber noch fertig. In der Zwischenzeit geht es ihr schon viel besser. Sie befindet sich in der Voliere, um ihre Muskeln zu stärken, bevor sie freigelassen wird.

Die Bestände der Schleiereulen gehen stark zurück. Dies, weil sie sich sehr stark an den Menschen angepasst haben. Die Eulen haben sich nämlich angewöhnt, die Mäuse im Getreide offener Ställe zu jagen. Heute gibt es immer weniger solche Plätze. Insbesondere im Winter, wenn auch auf den Feldern keine Mäuse zu jagen sind, finden die Eulen kein Futter mehr und verhungern.

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