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EINE WIEDERANSIEDLUNG FÜR ELISABETH Bei uns geboren und bald ein freier Vogel in Österreich: Habichtskauz Jungvogel «Elisabeth». Full view

EINE WIEDERANSIEDLUNG FÜR ELISABETH

Am 11. Juni verliess uns unser diesjähriges Habichtskauz-Zuchttier und startete seine aufregende Reise von Berg am Irchel nach Österreich. Dort trägt das Männchen namens «Elisabeth» langfristig zum Überleben der neuen Habichtkauz-Population bei.

Im April schlüpfte Elisabeth, das diesjährig einzige Küken unseres Zuchtpaares «Sidra» und «Strixi». Das Jungtier hat sich in Berg am Irchel prächtig entwickelt und wird nach der Eingewöhnungsphase von etwa zwei Wochen in die Freiheit entlassen. Wir wünschen ihm viel Glück und hoffen, dass er die dortige Population in den nächsten Jahren mit eigenem Nachwuchs stärkt
Wir haben mit Dr. Richard Zink in Wien gesprochen und ihm einige Fragen gestellt.

PanEco: Für das Wiederansiedlungsprogramm züchten einige Institutionen Habichtskauz-Nachwuchs. Wie lief die Zucht im Jahr 2020?
Dr. Zink: Das Jahr war erfolgreich. Von den etwa 40 Zuchtpaaren, wovon etwa die Hälfte in österreichischen Institutionen leben, waren im 2020 sehr viele erfolgreich. Insgesamt 46 Jungvögel können freigelassen werden. Viele der weiteren Zuchtpaare kommen aus den benachbarten Ländern Kroatien, Slowakei, Schweiz, Deutschland und Italien.

PanEco: Wie geht es der Habichtskauz-Population im Wienerwald zum jetzigen Zeitpunkt?
Dr. Zink: Der Population geht es grundsätzlich gut. Nur war 2020 kein gutes Brutjahr für die wildbrütenden Habichtskäuze. Dies hat mit dem Nahrungsangebot zu tun. Die Bäume trugen sehr wenig Samen und Früchte, was zu einem niedrigen Mäusebestand in den Wäldern führte. Von den fünf Brutpaaren, die gefunden wurden, gab es jeweils zwei Bruten und davon hat es jeweils ein Jungtier geschafft. Ich erwarte aber, dass nächstes Jahr 2021 ein hervorragendes Brutjahr wird, da die Bäume wieder sehr viel Samen gebildet haben fürs nächste Jahr. Dies wird hoffentlich zu einer sehr hohen Mäusezahl führen. Und wer weiss, vielleicht wird 2021 sogar ein Rekordjahr!

PanEco: Wann öffnen sich die Türen von Elisabeths Voliere?
Dr. Zink: Das Habichtskauzküken bleibt sicher zwei Wochen in der Voliere, um sich an sein neues Zuhause, den bisher unbekannten Wald, zu gewöhnen. Da Elisabeth im April geschlüpft ist und somit bereits ca. 90 Tage alt ist, wird er nur zwei Wochen in der Voliere bleiben, dann öffnen sich die Türen.

PanEco: Weiss man wie es «unseren» gezüchteten Küken der vergangenen Jahre ergangen ist?
Dr. Zink: Es ist schwierig die Vögel wiederzufinden. Sie sind beringt, aber nicht besendert und bewegen sich frei auf einem sehr grossen Gebiet. Nächstes Jahr wird es wahrscheinlich leichter sein,  spezifische Küken zu finden, da es wohl ein besseres Brutjahr sein wird. Darunter befinden sich mit etwas Glück bestimmt auch ein paar Vögel der Greifvogelstation, die mittlerweile erwachsen und damit brutfähig sind.

> Mehr zum diesjährigen Nachwuchs
> Das Habichtskauz-Wiederansiedlungsprogramm