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ERFOLG BEI FALKEN-VERGIFTUNGS-FÄLLEN: ERSTMALS EIN MUTMASSLICHER TÄTER VOR GERICHT Portrait eines Wanderfalken in der Greifvogelstation Berg am Irchel Full view

ERFOLG BEI FALKEN-VERGIFTUNGS-FÄLLEN: ERSTMALS EIN MUTMASSLICHER TÄTER VOR GERICHT

Die Arbeitsgruppe, bei der sich auch die Greifvogelstation Berg am Irchel und die Kantonspolizei Zürich beteiligt, sucht seit langem diejenigen, die Greifvögel vergiften. Nun steht zum ersten Mal ein mutmasslicher Täter vor Gericht – ein Taubenzüchter.

Vieles wies schon früher darauf hin, dass Taubenzüchter stark giftiges Pflanzenschutzmittel auf ihre sogenannten «Kamikaze-Tauben» streichen, weil sie durch die geschickten Jäger um ihre Tauben fürchten. Jetzt herrscht Klarheit: Der mutmassliche Täter, der im vergangenen August geschnappt wurde, ist Taubenzüchter und hatte ein verbotenes Nervengift beschafft, das er illegal einführte. Er bestrich eine seiner Tauben im Nackenbereich mit dem Nervengift und liess sie in die Luft. Ein Habicht fing die «Kamikaze-Taube» und verendete noch während des Fressens qualvoll . Der Mann wurde verhaftet und sass während 42 Tagen in Untersuchungshaft. Demnächst wird er sich vor dem Bezirksgericht Dielsdorf verantworten müssen.

Andi Lischke, Leiter der Greifvogelstation Berg am Irchel, geht schon seit Jahren mithilfe der Kantonspolizei gegen die Falken-Vergifter vor und ist erschüttert über die Vorfälle aber auch froh, dass endlich ein Präzedenzfall vor Gericht kommt. Er betont, dass eine solche Aktion nicht nur für die geschützten Tiere tödlich ist, sondern das hochtoxische Gift auch bei Kontakt mit Menschen sehr schädlich sein kann.

In den letzten Jahren machten gezielte Vergiftungen von Wanderfalken landesweit Schlagzeilen. Die böswilligen und gezielten Vergiftungen dieser Vögel wurden das erste Mal 2011 bekannt. Damals schlug diese Problematik grosse Wellen, als ein Falkenweibchen vor laufender Internetkamera qualvoll verendete. Deren Jungen wurden damals nach dem Tod der Mutter von der Greifvogelstation Berg am Irchel aufgezogen.

> Zum Bericht und Interview mit Andi Lischke im Radio TOP
> NZZ-Artikel «Den Wanderfalken-Hassern auf der Spur»
> Tagesanzeiger: «Mit Kamikaze-Tauben auf Greifvogeljagd»