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FORST UND GREIFVFÖGEL: EIN INTERVIEW Andi Lischke erklärt Frau Bachmann (im Bild ganz rechts) und ihren Arbeitskolleg*innen das Habichtkauzprojekt. Full view

FORST UND GREIFVFÖGEL: EIN INTERVIEW

Die Kreisförster*innen des Kantons Aargau besuchten im August die Greifvogelstation. Die Leiterin des Kreisforstamtes 2 im Kanton Aargau gibt Auskunft über ihren Besuch.


Katharina Haferkorn, Stiftung PanEco (KH): «Frau Bachmann, wie sind Sie darauf gekommen unsere Greifvogelstation zu besuchen?»
Simone Bachmann, Kreisförsterin (SB): «Da gab es zwei ausschlaggebende Punkte: Einerseits hat meine Stellvertreterin bereits einmal eine Führung bei Ihnen erlebt. Andererseits hatte ich bereits das Vergnügen eine Greifvogelpatenschaft geschenkt zu bekommen und durfte bei Ihnen eine Schleiereule freilassen. Wir sind beide ursprünglich aus der Region und wollten auch unseren Aargauer Arbeitskolleg*innen einen Einblick in die bemerkenswerte Arbeit der Greifvogelstation mit einer Führung ermöglichen. »

KH: «Wie hat Ihnen der Besuch in der Greifvogelstation gefallen?»
SB: «Uns hat die Führung sehr gut gefallen. Wir alle hatten grosse Freude mit Herrn Lischke die Greifvogelstation zu erkunden. Besonders beeindruckt hat uns, dass uns Herr Lischke nebst vielen interessanten Fakten über Greifvögel und Eulen, auch die Zusammenhänge und die Rollen dieser Vögel im Ökosystem aufgezeigt hat. Verschiedene Themen zu Natur-und Artenschutz wurden gut in die Führung eingebettet und wir konnten somit vieles Spannendes, nicht nur über Greifvögel und Eulen, dazu lernen. »

KH: «Gab es etwas, was Sie während der Führung besonders interessant fanden oder was Sie überrascht hat?»
SB: «Uns hat vor allem überrascht, wie man mit wenig Mitteln so viel erreichen kann und wie viel Herzblut und Zeit von Herrn Lischke und seinem Team in die Greifvogelstation investiert wird. Die Führung wirkte sehr authentisch – meine Arbeitskolleg*innen und ich würden einen Besuch der Greifvogelstation Berg am Irchel sicherlich weiterempfehlen. Ein Highlight war für uns der Baumfalke auf der Intensivstation, welcher uns völlig entsetzt betrachtet hat. »

KH: «Begegnen Sie ab und zu Greifvögeln und Eulen während Ihrer Arbeit?»
SB: «Ja, manchmal sehen wir einen Greifvogel oder eine Eule während unserer Arbeit. Das ist jedoch nicht so häufig und wir freuen uns dann natürlich immer, wenn uns eine Chance geboten wird, solch einen Vogel beobachten zu können. »

KH: «Können Sie das neugewonnene Wissen über Greifvögel und Eulen auch in Ihrer Arbeit einsetzten?»
SB: «Ja, wir können das Wissen, das wir erworben haben, sehr gut einsetzen. Wenn man die Ansprüche der Greifvögel und Eulen kennt, kann man deren Lebensräume schützen oder verbessern. Wenn wir dieses Wissen z.B. bei Beratungen oder Holzschlagbewilligungen im Hinterkopf haben, können wir bewirken, dass Nistmöglichkeiten für Eulen und Greifvögel erhalten bleiben. »

KH: «Können Sie uns kurz erklären, welchen Bezug der Forst zu einheimischen Greifvögeln und Eulen hat?»
SB: «Wir selber haben eigentlich nur indirekt mit diesem Thema zu tun. Unsere Arbeitskolleg*innen der Sektion Jagd und Fischerei (im Kanton Aargau ebenfalls Teil der Abteilung Wald) dürfen sich mit Greifvögeln und Eulen häufiger auseinandersetzen, zum Beispiel in der Umsetzung des Jagdgesetzes. »

KH: «Inwieweit denken Sie, dass der Artenschutz gerade dieser Vögel für den Forst wichtig ist? »
SB: «Greifvögel und Eulen spielen wie alle Vögel eine wichtige Rolle in unserer Natur und auch speziell im Wald. Daher ist der Schutz gerader dieser Arten für ein intaktes Ökosystem sehr wichtig. Ein Fehlen von Greifvögeln und Eulen würde zu einem Ungleichgeweicht des Systems führen und das Vorkommen anderer Arten beeinflussen.»

KH: «Finden Sie daher, es wäre angebracht in diesem Bereich mehr Umweltbildung zu betreiben?»
SB: «Es ist immer wichtig Umweltbildung zu betreiben. Menschen schützen nur das, was sie kennen. Je mehr Wissen vorliegt, desto mehr wird sich auch für den Schutz bedrohter Arten eingesetzt. Daher ist es gerade auch sinnvoll, neben Erwachsenen, Kinder über solch wichtige Themen wie den Schutz der Greifvögel und Eulen, aber auch Naturschutz allgemein, aufzuklären.»

Wir bedanken uns bei Simone Bachmann und ihren Kolleg*innen für den Besuch bei uns. Uns freut es, dass Führungen nach der längeren coronabedingten Pause unter Einhaltung eines Schutzkonzeptes wieder möglich sind.

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