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RAUB- ODER GREIFVOGEL? WARUM SENSIBILISIERUNG SO WICHTIG IST - Ein Habicht-Patient in der Greifvogelstation. Diese Greifvogelart war früher als «Hühnervogel» verschrien und wurde gejagt. Full view

RAUB- ODER GREIFVOGEL? WARUM SENSIBILISIERUNG SO WICHTIG IST

Der Hühnervogel stiehlt uns unsere Hühner – vielleicht sogar kleine Kinder. Alle Raubvögel gehören abgeschossen! Dieser Meinung waren bis Anfangs des letzten Jahrhunderts viele Leute in der Schweiz. Und das Bild des bösen Raubvogels blieb zum Teil bis heute in den Köpfen verankert. Die Greifvogelstation kämpft dagegen an. An Vorträgen und Anlässen erfahren Gross und Klein Spannendes über das Verhalten und die Eigenarten der heimischen Greifvögel und sie werden für deren Gefährdung sensibilisiert.

Die Bejagung der Greifvögel in der Schweiz hat im 16. Jahrhundert angefangen. Zeitweise wurden sogar staatliche Prämien für den Abschuss der Vögel ausgezahlt. Dies ging so weit, dass gewisse Greifvogelarten in der Schweiz zwischenzeitlich ausgestorben waren (z.B. der Bartgeier). Doch was hat dazu geführt? Warum wurden die Greifvögel als Kinder und Hühner stehlende Raubvögel gesehen? Eine Antwort ist in der Hühnerhaltung zu finden.

Flugunfähige Hühner sind in den Augen von Habichten kranke Tiere – seine klassische Beute. Werden die ursprünglich in Busch und Wald lebenden Hühner schutzlos auf einer offenen Fläche gehalten sind sie die logische und einfache Beute von Habichten. Dies hat dieser Greifvogelart den Übernamen «Hühnervogel» eingebracht. Zu damaliger Zeit war der Verlust eines Huhnes keine Nebensache. Der Habicht wurde also zu einer existenziellen Bedrohung. Die mit der Industrialisierung einhergehenden Naturentfremdung der damaligen Bevölkerung führte dazu, dass pauschal alle Greifvögel als stehlende Raubvögel wahrgenommen wurden, die es auszulöschen galt.

In der Mitte des letzten Jahrhunderts wandelte sich die Wahrnehmung und das Bewusstsein für die Wichtigkeit jeder einzelnen Art in einem Ökosystem wuchs. Bis 1950 wurden alle Greifvogelarten unter Schutz gestellt. Doch so schnell verschwindet das Bild des raubenden Greifvogels nicht aus den Köpfen. Der Greifvogelstation Berg am Irchel ist es ein Anliegen Gross und Klein für die Eigenarten der Greifvögel und deren Schutz zu sensibilisieren. Folgende Ziele setzen wir uns dabei:

  • Unsere Besucher sollen das spezifische Verhalten der einzelnen Greifvogelarten verstehen und in Zusammenhang mit dem Verhalten von uns Menschen bringen können (Beispiel Hühnerhaltung).
  • Durch das hautnahe Kennenlernen der Vögel, sollen sie die Angst vor den Tieren verlieren und Wertschätzung gewinnen.
  • Die Besuchenden sollen die Rolle der Greifvögel als «Gesundheitspolizei» im Ökosystem (schlägt und «erlöst» kranke Tiere) und deren Wert für uns Menschen verstehen.
  • Und schlussendlich sollen sie für das Verschwinden der natürlichen Lebensräume der Tiere, die deren damit einhergehende Gefährdung und die besonders sensiblen Phasen, wie z.B. die Brutzeit sensibilisiert werden.

> Neu in diesem Jahr: Jeden zweiten Monat findet eine öffentlich Führung in der Greifvogelstation zu saisonalen Themen statt. Veranstaltungsprogramm

> Wir halten Vorträge zu Greifvogelthemen und organisieren Gruppenführungen. Angebot für Gruppen