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SCHLEIEREULEN NISTEN ERNEUT IM SCHAFSTALL Schleiereulen sind selten geworden in der Schweiz. Full view

SCHLEIEREULEN NISTEN ERNEUT IM SCHAFSTALL

Die Schleiereule ist ein relativ seltener Gast in der Greifvogelstation. Im letzten Jahr wurden 13 Tiere behandelt und wieder frei gelassen. Umso schöner, nistet eine ehemalige Patientin in diesem Jahr schon zum zweiten Mal im vorbereiteten Nistkasten im benachbarten Schafstall.

Bei unserer alljährlichen Nistkastenreinigung entdeckten wir erfreuliches: Die ehemalige Patientin, die bereits 2017 in die Station zurückgekehrt ist, um zu brüten, hat auch in diesem Jahr den Nistkasten in Beschlag genommen. Sechs Eier und zwei Schleiereulen waren beim kurzen Blick in den Kasten zu erkennen. Das Schleiereulenweibchen, wie an ihrer Ringnummer zu erkennen, ist eine Altbekannte. Die frühe Brut überrascht. Auch im letzten Jahr brütete die Schleiereule schon Anfangs März, in diesem Jahr haben wir sie jedoch wegen den frostigen Temperaturen später erwartet.

Der Schleiereulen-Bestand nimmt seit stetig 20 Jahren ab. In der Schweiz wird die Art als potentiell gefährdet eingestuft. Da Schleiereulen wenig Fettreserven bilden können, schwankt ihr Bestand je nach Härte des Winters stark. Diese Eulenart hat sich ausserdem sehr an den Menschen gebunden und leidet daher unter Veränderungen in der Landwirtschaft. Früher wurde Getreide oft in Ställe und Scheunen gelagert. Um die Mäuse in Schach zu halten, wurden Eulenlöcher angebracht, damit die Schleiereulen die ungebetenen Nager bejagen. Heute ist das keine gängige Praxis mehr und schlägt sich in immer tieferen Zahl an Brutpaaren in der Schweiz nieder.

> Gefährdung der Greifvögel und Eulen der Schweiz