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SELTENER WANDERFALKE MIT GEBROCHENER SCHULTER Wanderfalke mit Schulterbruch wurde geschient Full view

SELTENER WANDERFALKE MIT GEBROCHENER SCHULTER

Gestern wurde in der Greifvogelstation Berg am Irchel ein Wanderfalke mit gebrochener Schulter eingeliefert. Solche Falken sind sehr seltene Patienten der Station.

Wanderfalken sind in der Schweiz gefährdet: In den Fünfzigerjahren wurden die Bestände durch den Einsatz von Insektiziden dezimiert. In jüngster Zeit machten gezielte Vergiftungen von Wanderfalken landesweit Schlagzeilen. Der Wanderfalke, der sich nun bei uns erholen kann, ist ein Jungtier. Wird er wieder gesund, hat er gute Chancen, sich fortzupflanzen und seine Population zu unterstützen.

Die böswilligen und gezielten Vergiftungen von Wanderfalken wurden das erste Mal 2011 bekannt. Damals schlug diese Problematik grosse Wellen, als ein Falkenweibchen vor laufender Internetkamera qualvoll verendete. Deren Jungen wurden nach dem Tod der Mutter in der Greifvogelstation Berg am Irchel aufgezogen.

Es setzte sich eine Arbeitsgruppe zusammen, bei der sich auch die Greifvogelstation beteiligt, um den Tätern auf die Spur zu kommen. Es weist vieles darauf hin, dass Taubenzüchter stark giftiges Pflanzenschutzmittel auf Tauben streichen, weil sie durch die geschickten Jäger um ihre Tauben fürchten. Erwischt ein Wanderfalke eine solche «Kamikaze-Taube» und nimmt dabei das Gift auf, stirbt er innert kürzester Zeit qualvoll. Die Falkenhasser konnten jedoch trotz Beweismaterial noch nicht gefasst werden.

Wir geben alles, dass sich unser Wanderfalke gut von seinem Unfall erholen kann und hoffen, dass die Gift-Täter bald geschnappt werden, damit zumindest unserem Pflegling keine Gefahr mehr droht.

> Artikel über die Problematik im Tages Anzeiger
> Gefährdung der Greifvögel