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SOMMERLICHE TROCKENHEIT FÜHRT ZU SPERBERFLUT Dieses Sperberweibchen wurde in Kreuzlingen mit gebrochenem Flügel aufgefunden. Full view

SOMMERLICHE TROCKENHEIT FÜHRT ZU SPERBERFLUT

Im letzten Monat sind unüblich viele Sperber in die Greifvogelstation gebracht worden, alle mit gleicher Verletzungsgeschichte: Jungvögel, die auf der Jagd in Fensterscheiben geflogen sind und sich Knochenbrüche sowie Gehirnerschütterungen zuzogen.

Zwölf Sperber wurden allein im letzten Monat in die Greifvogelstation eingeliefert, im ganzen letzten Jahr waren es nur fünfzehn. Grund dafür ist die andauernde Hitzewelle dieses Sommers, welche eine Nahrungsknappheit auf dem Land verursachte. Die Sperber mussten erhöhte Risiken auf sich nehmen, um weiterhin an Nahrung zu gelangen. Viele suchten deshalb in besiedelten Gebieten nach Beute. Vor allem junge, unerfahrene Vögel kollidierten dort oft mit Scheiben und Fahrzeugen, erlitten so eine Gehirnerschütterung oder brachen sich dabei Flügel- oder Schulterknochen.

Drei der eingelieferten Vögel erreichten die Station nicht mehr lebend oder starben kurz nach der Einlieferung. Die Restlichen konnten aber schon wieder freigelassen werden oder befinden sich noch in der Greifvogelstation auf dem Weg zur Besserung. Bis auf eine Ausnahme sind alle Sperberpatienten diesjährige Jungvögel, die auf der Jagd nach Singvögeln mit Fensterscheiben kollidierten.

Der Sperber ist in der Schweiz weit verbreitet. Zwischen 3500 und 6000 Paare besiedeln die ganze Schweiz mit Ausnahme der hochalpinen Region. Mit einer Flügelspannweite von 58–80 Zentimetern ist der Sperber ein relativ kleiner Greifvogel, seine Beute sind andere kleine bis mittelgrosse Vögel.

> Artikel über ein vorjähriges Sperberweibchen
> Brutstandorte der Sperber im Kanton Zürich