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VERSCHÄRFTE STRAFE GEGEN TIERQUÄLER Wanderfalken wie dieser sind oftmals das Ziel von Attentaten auf die Greifvögel. Sie sind in der Schweiz sehr selten, so gibt es nur noch etwa 300–400 Paare ihrer Art! Full view

VERSCHÄRFTE STRAFE GEGEN TIERQUÄLER

Das Zürcher Obergericht verschärft in zweiter Instanz das Urteil gegenüber einem Taubenzüchter. Dieser bestrich eine seiner Tauben mit «Carbofuran», einem hochgiftigen Mittel, welches attackierende Greifvögel zu Grunde richten sollte.

Verurteilt wegen mehrfacher Tierquälerei und mehrfachen Vergehens gegen das Bundesgesetz über Jagd und Schutz freilebender Säugetiere und Vögel – so ging der Tag eines Taubenzüchters zu Ende. Die erste Instanz, das Bezirksgericht Bülach, sprach ihn im Frühling 2017 ebenfalls schuldig, das Strafmass war jedoch noch vergleichsweise mild. Die Richter erhöhten die Strafe von einer Geldbusse von 300 Tagessätzen à 30 Franken bedingt auf eine bedingte Freiheitsstrafe von 15 Monaten. Die unbedingte Geldbusse von 1500 Franken blieb bestehen.

Dieser Fall ist der erste derartige Fall, welcher in der Schweiz überhaupt in zweiter Instanz beurteilt wurde. Der Verurteilte stritt bis zu Letzt alles ab. Die mit Gift bestrichene Taube wurde jedoch bei seinem Schlag gesichtet und das Gericht hatte keine Zweifel, dass es sich dabei auch tatsächlich um sein Tier handelte.

Mit diesem Prozess wurde deutlich, dass das Ködern von Greifvögeln (insbesondere Habichte, Wanderfalken und Sperber) mit Gift, in der Schweiz kein Kavaliersdelikt ist. Wir freuen uns!

Die Greifvogelstation ist Mitglied einer Arbeitsgruppe von Vogelschützern, welche sich bemühen, solche Vorfälle aufzuklären und das Thema zu sensibilisieren.

> Die erste Verhandlung
> Tages-Anzeiger: Und dann wird die Taube zur hochgiftigen Falle