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WIE DIE JÄGER ZU FREUNDEN WURDEN Der Innenraum der Greifvogelstation dient als Sitzungszimmer, Schauraum, Schulungsraum und Büro Full view

WIE DIE JÄGER ZU FREUNDEN WURDEN

Die Greifvogelstation übt sich als Gastgeber. Im «Jägerstübli» der Greifvogelstation waren Ende Oktober die Jäger der Region zu Gast, die in diesem passenden Ambiente die bevorstehende Pachtvergabe diskutierten. Was das Besondere daran ist ist, zeigt ein Blick zurück die Geschichte.

Nach einer kleinen Führung durch den Leiter der Station, Andi Lischke, brüteten die Jägerinnen und die Jäger Ende Oktober über ihren Traktanden. Die Greifvogelstation freute sich sehr über den Besuch. Historisch gesehen sind sich die Natur- und Artenschützer und die Jäger nämlich nicht immer so gleichgesinnt gewesen.

Greifvögel, wie zum Beispiel der Wanderfalke oder der Habicht, werden seit vielen Jahrhunderten als Jagdgefährten von Jägern eingesetzt. Die Menschen fanden Gefallen an den imposanten Tieren, sodass sie besonders in adligen Kreisen in Europa als Statussymbol gehandelt wurden. Zwischen dem 17. Und 18. Jahrhundert wandelte sich die Jagd gerade in diesen Kreisen zu einer Freizeitbeschäftigung grausamster Art. Es galt das Wild besonders spektakulär zu hetzen und zu töten, um danach die Trophäe zu erhalten. Auch Greifvögel wurden in diesen Zeiten gnadenlos gejagt um als ausgestopfter Balg in aggressiver Körperhaltung an so manchem Kamin fürstlicher Häuser zu enden. Die Greifvögel wurden als Raubvögel und Jagdschädlinge betrachtet und es galt, sie möglichst auszurotten. So wurden in der Schweiz sogar Prämien auf den Abschuss der Greife vom Staat ausgezahlt. Ein Jäger bekam noch bis 1950 100 Franken für einen erlegten Adler!

Die eigentliche Bedeutung der Greifvögel als Regulatoren und Gesundheitspolizei der Natur ist aber längst wieder erkannt. Heute ziehen die Jäger und die Natur- und Artenschützer an einem Strang. Viele unserer Patienten werden von Jägern aufgefunden und zu unserer Station gebracht.

Der Hegering Flaachtal-Irchel stimmte während der Besprechung unserer Anfrage zu, den Uhu, der seit einiger Zeit in der Greifvogelstation gepflegt wird, im Bergemer Jagdrevier in die Freiheit zu entlassen. Wenn das Glück auf unserer Seite ist, begegnen die Jäger dem freigelassenen Tier, sodass wir Bericht über den Verbleib der Eule erhalten. Wir bedanken uns herzlich für die fruchtbare Zusammenarbeit!

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