Ein Arbeitstag der Stationsleiterin Anita Zybach

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Greifvögel Schweiz
Der Alltag auf der Greifvogelstation Berg am Irchel ist abwechslungsreich und oft unvorhersehbar. Stationsleiterin Anita Zybach sorgt gemeinsam mit ihrem Team dafür, dass jeder gefiederte Patient die bestmögliche Betreuung erhält – von der ersten Kontrolle am Morgen bis zur letzten Runde am Abend.

Ein Arbeitstag der Stationsleiterin Anita Zybach

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Greifvögel Schweiz
Der Alltag auf der Greifvogelstation Berg am Irchel ist abwechslungsreich und oft unvorhersehbar. Stationsleiterin Anita Zybach sorgt gemeinsam mit ihrem Team dafür, dass jeder gefiederte Patient die bestmögliche Betreuung erhält – von der ersten Kontrolle am Morgen bis zur letzten Runde am Abend.

Wenn ich frühmorgens meinen Dienst auf der Greifvogelstation Berg am Irchel beginne, ist es im Dorf meistens noch ganz ruhig. Gemeinsam mit meinem Mischlungshund Fanny habe ich dann schon eine Runde in den Thurauen gedreht, den ersten Vogelgesängen gelauscht und mit etwas Glück sogar einen Biber entdeckt. Als Frühaufsteherin geniesse ich so den ruhigen Start in den Tag.

Als erstes verschaffe ich mir einen Überblick: Ist in der Nacht ein neuer Patient eingetroffen? Wie geht es den verletzten Greifvögeln und Eulen in der Intensivstation? Welche Informationen hat mir der Abenddienst hinterlassen? Gleichzeitig werfe ich einen Blick in den Tagesplan – stehen Führungen, Schulungen oder andere Besuche an?

«Im Zentrum stehen immer die Patienten»

Anita Zybach
Stationsleiterin Greifvogelstation Berg am Irchel

Anhand des Tagesprotokolls erstelle ich den Plan für den Tag. In der Liste halten wir genau fest, welcher Vogel sich in welcher Box oder Flugkammer befindet. Für jeden einzelnen Patienten gibt es Notizen: Wer benötigt Medikamente? Bei wem muss ein Verband gewechselt werden? Welches Küken ist bereits stark genug für den Umzug in die Flugkammer? Auch Gewicht, Heilungsverlauf oder die Beweglichkeit verletzter Flügel müssen laufend kontrolliert werden. Schnell entsteht daraus eine lange Liste von Aufgaben, die ich priorisieren muss.

Die Stationsleiterin im Gespräch mit Amber Gooijer: die Pflege der Patienten muss gut abgesprochen und dokumentiert werden.

Viele Entscheidungen lassen sich allerdings erst treffen, wenn die Fütterung beginnt und wir jeden Vogel einzeln kontrollieren. Dafür bereiten wir zuerst das Futter vor. Für junge und kranke Vögel muss das Fleisch zugeschnitten und portioniert werden, bevor es verteilt werden kann. Zum Glück sind dann auch meine Kollegin Amber Gooijer, unser Zivi oder jemand vom Team der Freiwilligen vor Ort, sodass wir die Arbeiten aufteilen können. Besonders in den heissen Monaten füttern wir mehrmals täglich. Bei einer hohen Belegungszahl dauert die Fütterung eine ganze Weile. Die Eulen erhalten ihr Futter aber immer erst am Abend – ganz nach ihrem natürlichen Rhythmus.

Schwierige Fälle bespreche ich mit unserem Programmleiter Andi Lischke und hole seinen Rat ein. Manchmal beschliessen wir, die Pflege zu intensivieren, den Fütterungsplan zu ändern oder einen Transport ins Tierspital zu organisieren. Manchmal brauchen die Patienten auch einfach nochmals ein paar Tage intensive Betreuung und Kontrolle.

Auch rund um die Station gibt es ständig etwas zu tun. Mal müssen Reparaturen erledigt, mal Wege gepflegt oder Gehege Instand gehalten werden. Oft übernimmt der Zivi diese Arbeiten. Gleichzeitig finden fast täglich Führungen mit Schulklassen, privaten Gruppen oder Freilassungsveranstaltungen statt. Zwar teilen wir diese Aufgaben im Team auf und viele Führungen übernehmen Andi oder Amber, doch auch ich begleite regelmässig Besuchergruppen durch die Station.

In der Umgebung der Greifvogelstation beobachten Schulkinder unter Anleitung der Stationsleiterin die Greifvögel in der Luft.

Neben der Arbeit mit den Tieren nehmen organisatorische Aufgaben viel Zeit in Anspruch: Einsatzpläne erstellen, Wochenenden organisieren, Schulungen koordinieren, Telefondienst übernehmen, Material bestellen oder Freilassungen vorbereiten. Dazu kommen Rapporte, E-Mails, Sitzungen und spontane Besuche, die ebenfalls ihren Platz im Tagesablauf finden müssen. Selbst nach Feierabend bleibe ich telefonisch erreichbar. Unsere Partnerorganisationen in der Tierrettung wissen zwar, wie sie verletzte Vögel bis zum nächsten Morgen versorgen können, dennoch gehört eine gewisse Bereitschaft immer dazu.

Meine Spende für verletzte Greifvögel und Eulen
Mit Ihrer Unterstützung können wir uns langfristig für den Schutz der Greifvögel und Eulen einsetzen.
Freibetrag CHF
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