Topbar widget area empty.
DER HABICHT: EIN WAHRER JÄGER IN DER GREIFVOGELSTATION Habicht Full view

DER HABICHT: EIN WAHRER JÄGER IN DER GREIFVOGELSTATION

Sein Schrei lässt die Besucher der Greifvogelstation regelrecht erschüttern – der Habicht sitzt nicht gerne als Patient tatenlos da. Trotzdem wird der seltene Gast in der Greifvogelstation mit viel Sorgfalt aufgepäppelt und gepflegt.

Habichte jagen nur lebende Beute, fressen also kein Aas. Mit ihren kurzen Flügeln könne sie zudem ihre Beute nicht im Segelflug suchen wie es der Rotmilan oder der Mäusebussard macht. Habichte sitzen versteckt in Bäumen im Wald und warten darauf, dass ihre Beute nah genug herankommt und überwältigen sie dann mit einem schnellen Überraschungsangriff. Hierfür brauchen sie sehr viel Energie – es muss sich also lohnen los zu fliegen. So jagt der Habicht keine Mäuse, sondern grössere Tiere wie Eichhörnchen und Ratten aber auch Krähen, Elstern und andere grosse Vögel. Der Habicht sucht sich dabei immer die schwächsten Tiere aus, da diese nicht so schnell sind. Der Jäger tut der Natur so einen wichtigen Dienst und funktioniert als «Gesundheitspolizei».

Bei manchen Menschen hat er sich unbeliebt gemacht – man nennt ihn gemeinhin auch «Hühnervogel». Aber Hühner leben in der Nähe der Menschen, die der scheue Habicht möglichst meidet. Hühner, von Natur aus flugfähige Vögel, wurden von uns Menschen zu flugunfähigen Haustieren gemacht. Kommen sie in Gefahr, flattern sie gackernd auf und zeigen dem Habicht: «Ich bin ein kranker Vogel, ich kann nicht mehr fliegen!» Jetzt macht der Habicht seinen Job, wofür die Natur ihn geschaffen hat: Er hält die Natur gesund. Verursacher dieser Problematik sind also wir Menschen, die in die Natur eingegriffen haben.

Besonders Junghabichte – wie unser aktueller Patient – haben im Winter oft Probleme, ausreichend Nahrung zu finden. Auch unser Gast ist seinem Hunger zum Opfer gefallen. In der Kälte hat der Jäger zu wenig Beute im Feld gefunden und versuchte mit letzter Kraft in einen Hühnerstall zu gelangen. Die Scheibe wurde ihm jedoch zum Verhängnis. Mit einer Gehirnerschütterung wurde der ausgehungerte Vogel schliesslich in die Greifvogelstation Berg am Irchel gebracht. Hier wird er gefüttert und gestärkt, bis er an einem schönen Tag freigelassen werden kann und hoffentlich alleine durch den Rest des Winters kommt.

> Werden Sie Pate des Junghabichts oder eines anderen Greifvogels
> Erfahren Sie mehr über die Gefährdung der Greifvögel